Ausgabe 42 / 2026

Samstag, 07. November 2026

AlpenAktuell

Aktensignatur

AA 2026 / 42

Stand

7. November 2026
06:00 Uhr MEZ

Umfang

6 Abschnitte
4 Länder

Bearbeitung

Redaktion Alpenraum

Dossier Nr. 42

Nachrichten
aus dem Alpenraum

Pässe, Konzessionen, Gletscherbilanzen und Gemeindebudgets. Was in dieser Woche in Österreich, der Schweiz, in Bayern und in Südtirol entschieden wurde, und was bis zum ersten Saisonwochenende offen bleibt.

Ausgabe 42

Erscheint samstags, bei Bedarf täglich

Dossier lesen
Archivaufnahme einer Bergstation mit Seilbahn über einem Gletscherkar
Bergstation über dem Gletscherkar, Aufnahme aus dem Redaktionsarchiv. Die Anlage geht am 28. November in Betrieb.

Inhalt dieser Ausgabe

Seite 1 bis 6
  1. 01Die Lage am 7. November
  2. 02Der Winter beginnt mit einer Rechnung
  3. 03Vier Länder, vier Verfahren
  4. 04Termine bis zum Jahreswechsel
  5. 05Begriffe der Woche
  6. 06Wer was bearbeitet
01

Die Lage am 7. November

Am 3. November hat der Lawinenwarndienst Tirol den täglichen Lagebericht wieder aufgenommen, zwei Wochen früher als im Vorjahr. Oberhalb von 1.800 Metern liegt in den Nordalpen eine geschlossene Schneedecke. Im Wallis melden die Messstationen auf 2.500 Metern zwischen 40 und 70 Zentimetern, am Alpenhauptkamm deutlich weniger. Sechs Passstraßen sind für den Verkehr gesperrt, darunter Timmelsjoch und Stilfser Joch. Beide bleiben nach Angaben der Landesregierungen bis mindestens Mitte Dezember zu.

Für die Gemeinden beginnt damit die teuerste Phase des Jahres. Der Winterdienst wird nach gefahrenen Kilometern und Bereitschaftsstunden abgerechnet, nicht nach Wetterlage. Ein milder Dezember senkt die Kosten kaum, weil die Fahrzeuge und das Streugut vorgehalten werden müssen. In der Schweiz kommt hinzu, dass mehrere Kantone ihre Beiträge an die Gemeinden für das kommende Jahr eingefroren haben.

Kennzahlen der Woche

7. November 2026

MessgrößeWertQuelle
Schneehöhe Weissfluhjoch, 2.540 m58 cmSLF
Schneehöhe Zugspitze, 2.962 m71 cmDWD
Lawinenwarnstufe Nordtirol2 von 5LWD Tirol
Für den Verkehr gesperrte Passstraßen6Landesregierungen
Seilbahnen im Winterbetrieb112 von 1.408Seilbahnverbände
02

Der Winter beginnt mit einer Rechnung

Schneeräumen ist kommunale Pflicht und selten versichert. Die Gemeinde Sölden veranschlagt für den Winterdienst 2026/27 rund 2,1 Millionen Euro, etwa sieben Prozent mehr als im Vorjahr. Davon entfallen 780.000 Euro auf Personal, 610.000 Euro auf Fahrzeuge und Treibstoff, der Rest auf Streumittel und Deponiegebühren für den Altschnee. Ähnliche Zahlen melden St. Anton und Ischgl. In der Schweiz rechnen die Kantone Graubünden und Wallis mit einem Anstieg von vier bis sechs Prozent.

Die Kosten steigen aus zwei Gründen, die wenig mit der Schneemenge zu tun haben. Erstens sind die Löhne für Fahrer und Mechaniker in den letzten fünf Jahren deutlich gestiegen, weil die Gemeinden mit dem Baugewerbe und den Seilbahnen um dieselben Leute konkurrieren. Zweitens verlangen die Versicherungen für Fahrzeuge im Hochgebirge höhere Prämien. Ein Räumfahrzeug mit Schneefräse kostet zwischen 320.000 und 420.000 Euro, die Lieferzeit liegt derzeit bei 14 Monaten.

Für die kleineren Orte ist das ein Problem eigener Art. Sie können sich keine eigene Werkstatt leisten und schließen sich mit Nachbargemeinden zusammen. Im Unterengadin hat sich ein Zweckverband aus sechs Gemeinden gebildet, der Fahrzeuge und Personal teilt. Der Vertrag läuft über acht Jahre und sieht vor, dass jede Gemeinde ihre Prioritätenliste bis zum 30. September meldet. Wer später kommt, wartet.

Archivaufnahme einer Passstraße mit Kehren und einem steinernen Tunnelportal
Passstraße mit Kehren und Tunnelportal, undatierte Aufnahme aus dem Archiv.Archiv / Serie 14
03

Vier Länder, vier Verfahren

Wer im Alpenraum eine Straße räumt, haftet nach unterschiedlichen Regeln. Die Tabelle fasst den Stand zusammen, den die Redaktion bei den zuständigen Stellen abgefragt hat. Sie ersetzt keine Rechtsauskunft.

LandZuständigFristAnmerkung
ÖsterreichStraßenerhalter, § 93 StVORäumung bis 6 UhrAnrainer räumen Gehsteige, Gemeinden kontrollieren.
SchweizKanton für Kantonsstraßenkantonal geregeltGemeinden tragen den Winterdienst auf ihren Straßen selbst.
BayernStaatliches Bauamt und KommunenRäumung ab 6 UhrStreupflicht auf gefährlichen Stellen, nicht durchgehend.
SüdtirolLandesagentur für StraßendienstRäumung bis 7 UhrGemeinden melden Sperren an die Agentur, nicht umgekehrt.

Die Fristen beziehen sich auf Werktage. An Sonn- und Feiertagen gelten in mehreren Kantonen und Gemeinden abweichende Regelungen.

04

Termine bis zum Jahreswechsel

01.12.
Die Lawinenwarndienste in Tirol, Salzburg und Südtirol veröffentlichen wieder täglich.
13.12.
Fahrplanwechsel bei den Schweizerischen Bundesbahnen und den ÖBB.
15.12.
Meldefrist für Schäden aus dem Hochwasser vom August bei den Landesregierungen.
20.12.
Letzter Termin für Saisonkonzessionen, die im Jänner in Betrieb gehen.
31.12.
Frist für die Zweckbindung der Seilbahnförderung im laufenden Budgetjahr.
05

Begriffe der Woche

Glossar

Almauftrieb

Der Termin, an dem das Vieh auf die Hochweide geht. Er hängt an der Schneelage, nicht am Kalender, und verschiebt sich in höheren Lagen seit Jahren nach hinten.

Gletscherbilanz

Differenz zwischen Schneezuwachs und Abschmelzung eines Gletschers in Millimetern Wasseräquivalent. Ein positiver Wert ist im Alpenraum seit Jahrzehnten die Ausnahme.

Wildbachverbauung

Bauliche Sicherung von Gerinnen gegen Muren und Hochwasser. Zuständig sind in Österreich die Landesstellen, in der Schweiz die Kantone, in Südtirol die Landesagentur für Bevölkerungsschutz.

Saisonbetrieb

Betrieb mit Öffnung im Winter, im Sommer oder in beiden Halbjahren. Die Zahl der Betriebstage entscheidet, ob eine Gondelbahn als Infrastruktur oder als Gewerbe gilt.

06

Wer was bearbeitet

Die Redaktion ist in sechs Ressorts geteilt. Jedes Ressort führt seine eigenen Quellen und Dokumente, damit eine Zahl aus dem Verkehr nicht versehentlich im Tourismus landet. Anfragen zu Rohdaten, Karten oder Transkripten nimmt die Redaktion über das Kontaktformular entgegen.

A

Politik und Alpenkonvention

Landtage, Gemeindestuben, Berggebietsprotokoll

B

Tourismus und Seilbahnen

Konzessionen, Saisonzeiten, Bettenkontingente

C

Klima und Kryosphäre

Gletscherbilanz, Permafrost, Lawinenwarndienste

D

Verkehr und Transit

Passstraßen, Bahnachsen, Maut und Nachtfahrverbote

E

Energie und Netze

Wasserkraft, Pumpspeicher, Verteilnetze in Tälern

F

Gemeinden und Daseinsvorsorge

Wohnen, Arztstellen, Schule, Post und Buslinien

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